Heimatfest 2026 - Ein "Heimspiel" für die Chöre
Beim Heimatfest in Marienwerder präsentierten sich die vier Ensembles mit einem anspruchsvollen Programm
Wie sollte es anders sein: Das alljährliche Heimatfest im Frühsommer in Marienwerder ist ein besonderer Höhepunkt im gut gefüllten Terminkalender der einheimischen Chöre. Gilt es doch, bei diesem "Heimspiel" vor der eigenen (Fan-)Gemeinde künstlerisch zu bestehen – und sich auf diese Weise ganz nebenbei auch der weiteren Förderung durch die Kommune würdig zu erweisen. Das war in diesem Jahr nicht anders. Am Samstag, 5. Juli, und am Sonntag, 6. Juli, präsentierten sich alle vier Chöre der Gemeinde - Männerchor, Frauenchor, Projektchor, Kinderchor - auf dem zentralen Festplatz vor der Kirche und im Gotteshaus selbst dem aufgeschlossenen Publikum.
Der Männergesangsverein "Frohsinn" entbot den Gästen, zu denen natürlich auch zahlreiche Familienmitglieder, Freunde und Bekannte der Sangesbrüder gehörten, zum Auftakt am Samstag seinen "Sängergruß". Gleich die ersten Zeilen "Wir grüßen euch mit frohem Klang, ihr lieben Freunde all. Willkommen bei Musik und Sang, heut woll´n wir fröhlich sein" bildeten gleichsam das Motto, das sich an beiden Tagen durch das gesamte Fest zog.
Weil unser Chorleiter an diesem Tag verhindert war, sprang für ihn seine Frau Tina als Dirigentin ein. Sie spornte die rund 20 Sänger von "Tiritomba" über den "Wellerman" bis hin zum "Fröhlichen Jagen" zu Höchstleistungen an. Zuvor hatte bereits der muntere kleine Kinderchor die Zuschauer in seinen Bann gezogen und die Hoffnung geweckt, dass es in Marienwerder auch in Zukunft nicht an sängerischem Nachwuchs mangelt.
Ortsvorsteher Dirk Büttner verwies im Anschluss einmal mehr darauf, dass eine Gemeinde mit nur rund 1000 Einwohnern sehr stolz darauf sein könne, über vier Chöre zu verfügen. Das sei weit und breit beispiellos. "Und ihr werdet immer besser", resümierte er und heimste mit diesen Worten den Beifall der Sangesbrüder ein.
Am Sonntag versammelten sich in der Kirche von Marienwerder noch einmal alle vier Chöre unter der Leitung von André Haase zum musikalisch geprägten Festgottesdienst. Er wurde von Pfarrer Lars Friedrich gehalten, der selbst sowohl dem Männergesangsverein als auch dem Projektchor angehört. Der Frauenchor "Cantilena" verzauberte die Gemeinde mit "Gabrielas Lied", einer Ballade des Schweden Stefan Nilsson aus dem Jahr 2004, die durch den Film "Wie im Himmel" bekannt wurde. Der Männerchor brachte den Kirchenraum gefühlvoll zum Klingen mit dem im 18. Jahrhundert von Dmitri Bortnjanski komponierten Lied "Ich bete an die Macht der Liebe".
Auf der Bühne des Heimatfestes hatte dann der Frauenchor seinen großen eigenen Auftritt. Er präsentierte ebenfalls Lieder aus dem aktuellen Programm und ließ die Gäste beim Swing wippen, bei "Cantilena" in die Ferne schwelgen und überzeugte mit "Für Frauen ist das kein Problem" auch die letzten Zweifler, dass Frauen im Freien singen können. Es war ein überzeugender Auftritt zwischen den Beiträgen der Wandlitzer Blasmusikanten.
Den musikalischen Abschluss des Chorsingens bestritt später der Projektchor, ein rund zehnköpfiges Ensemble, das sich anspruchsvollen Arrangements modernerer Musikstücke verschrieben hat. Im Wechsel von deutsch- und englischsprachigen Liedern wurden Popsongs und Gospeltitel vorgetragen. Den leichten Auftakt gestaltete der Chor mit dem Reggaetitel "One love" von Bob Marley.
Am Samstagabend hatten einige Mitglieder des Männerchores mehr oder weniger spontan die Festbühne geentert. In Matrosen-Outfits gekleidet, erinnerten sie Ortsvorsteher Dirk Büttner an seine Zusage von vor einem Jahr, einmal selbst musikalisch mitzumischen. "Ganz zufällig" hatte der Inhaber der Werft von Marienwerder sein Akkordeon dabei und so präsentierten die sechs Choristen und der Kommunalpolitiker unter dem Jubel des Publikums einen bunten Strauß von bekannten Shantys. Die Rufe nach Zugaben schallten sicherlich bis ins nächste Jahr hinein - der gemeinsame Auftritt dürfte beim Heimatfest 2027 seine Fortsetzung finden...
Matthias Schlegel